Kandidaten-Turnier 2026
in Zypern gestartet
Seit einigen Tagen richtet sich die Aufmerksamkeit der Schachwelt auf das Kandidatenturnier in Zypern, wo acht der besten Großmeister im doppelrundigen Modus um das Recht kämpfen, den amtierenden Weltmeister Gukesh Dommaraju herauszufordern.
Das Turnier gilt als die ultimative sportliche Prüfung im Schach: Klassische Bedenkzeiten, tiefste theoretische Vorbereitung und enorme psychische Belastung prägen das Geschehen über insgesamt 14 Runden.
Zugleich steht die Ausgabe 2026 im Zeichen eines Generationenwechsels, denn etablierte Spitzenspieler wie Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura treffen auf eine junge, selbstbewusste Elite um R.Praggnanandhaa oder J. Sindarov.
Nach den ersten Runden hat sich bereits ein spannendes Bild ergeben: Caruana, Praggnanandhaa und Sindarov konnten mit Auftaktsiegen die frühe Führung übernehmen, wobei Caruana im direkten Duell gegen Nakamura ein erstes Ausrufezeichen setzte. Dahinter folgen Spieler wie Anish Giri und Wei Yi mit soliden Remis, während andere Mitfavoriten wie Nakamura oder Andrey Esipenko bereits erste Rückschläge hinnehmen mussten.
Trotz dieser frühen Tendenzen ist das Rennen natürlich noch völlig offen, denn die lange Turnierdistanz verlangt neben perfekter Vorbereitung vor allem Konstanz und Nervenstärke – und gerade die jüngere Generation zeigt bislang keinerlei Respekt vor den etablierten Namen...
W.E. 30/4/26

Die Lasker-Renaissance
oder
Warum Schach plötzlich wieder fetzt
Vergesst die staubigen Bibliotheken und das leise Räuspern in klimatisierten Sälen! Wer geglaubt hat, Schach sei im Jahr 2026 nur noch ein fader Vergleich von Supercomputern, hat die letzten paar Wochen verpennt. Und seit der 18-jährige Gukesh im Dezember 2024 in Singapur zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten gekrönt wurde, ist in der Szene der Teufel los.
Die zitternde Hand
Das bleibende Bild der Weltmeisterschaft 2024 mit Ding Liren gegen Herausforderer D. Gukesh war nicht irgendein krasser Computerzug in der Nachanalyse. Sondern das war Gukeshs Hand, die beim entscheidenden Mattsetzen gezittert hat wie ein Espenlaub.
Das ist die Story des Jahres, die hinter dieser Hand steckt:
DIE PSYCHO-KIDS ÜBERNEHMEN DEN LADEN !
Aktuell guckt die Schachwelt jetzt, im Januar 2026, nach Wijk aan Zee, dem "Ballermann des Schachs" an der Nordsee (und dem doch so traditionsreich-ehrwürdigen Turnier-Hotspot der letzten Jahrzehnte).
Aber die Stimmung ist anders als früher. Früher saßen da Typen, die jede Variante bis zum 40. Zug auswendig kannten. Heute haben wir eine Generation von "Engine-Kids", die zwar mit Stockfish im Laufstall groß geworden sind, aber im echten Leben am Brett plötzlich totalen Wahnsinn veranstalten.
Perfektion ist langweilig
Warum? Weil die absolute Perfektion langweilig geworden ist! Die Top-Spieler haben kapiert: Wenn wir so spielen wie die KI, endet jede Partie im Remis, und wir können nach zehn Minuten nach Hause gehen. Also wird gezockt. Es werden absichtlich "suboptimale" Züge rausgehauen, nur um den Gegner aus der Komfortzone zu kicken. Schach ist im Jahre des Herrn 2026 weniger Mathe-Prüfung und mehr Poker-Night.
Besonders krass sieht man das an Ding Liren. Der sonst so genial präzise wie förmlich-korrekte Ex-Weltmeister ist an oben erwähnter WM phasenweise förmlich implodiert – Fehler, die man normalerweise nur nach drei Bieren in der Beiz macht. Das klingt fies, ist aber für uns kiebitzende Amateure das Beste, was passieren konnte. Es zeigt nämlich: Auch die Götter an den 64 Feldern haben Flattern.
Die Algorithmen können uns mal
Schach ist gerade deshalb so spannend, weil es eben nicht perfekt ist. Wir feiern den Fehler, das Risiko und die zitternden Finger. Die Algorithmen können uns mal – am Ende gewinnt derjenige, der die besseren Nerven und den frechsten Blick drauf hat.
Ein paar Beispiele gefällig? Die These, dass Schach heute mehr denn je ein Nervenkrieg ist, lässt sich hervorragend an den jüngsten Ereignissen festmachen. Das Motto dabei: Während die KI-Algorithmen die "Wahrheit" kennen, kämpfen die Menschen mit dem Druck.
Hier nur drei Partien (zwei von der WM im Dezember 2024 und eine ganz aktuelle aus Wijk aan Zee 2026), die das belegen:
Der finale Kurzschluss
Die 14. Partie Ding Liren vs. Gukesh in der WM 2024 ist m.E. ein schönstes Paradebeispiel für psychologische Implosion:
In einer Stellung, die objektiv komplett ausgeglichen war, unterlief Ding Liren ein unfassbarer Blackout: Ding bot im 55. Zug einen Turmtausch an, der in ein für ihn völlig verlorenes Bauernendspiel führte.
Warum psychologische Implosion? Weil rein schachlich gesehen dieser Fehler für einen Weltmeister unerklärlich ist. Aber nach Wochen des enormen Drucks und einer vorangegangenen Aufholjagd war Dings "mentaler Akku" schlicht leer. Er sah das Mattnetz oder die Bauernumwandlung nicht mehr, die jeder Computer (und jeder höhere Vereinsspieler) sofort sieht. Gukesh wurde Weltmeister, weil er die Nerven behielt, während Ding unter der Last der Entscheidung zusammenbrach.
Der überraschende Kollaps
Oder nehmen wir ein brandaktuelles Beispiel: Keymer vs. Giri (im laufenden Turnier Wijk aan Zee, Januar 2026):
Vor vier Tagen kam es in der ersten Runde des Tata Steel Masters zu einer Szene, die genau in dieses Muster passt. Der Weltranglisten-Siebte Anish Giri, berühmt für seine extrem solide Vorbereitung und sein Streben nach Präzision, kollabierte förmlich gegen den blutjungen deutschen Top-Spieler Vincent Keymer. Nach dem Zug 22. Sa5 von Keymer passierte es: Giri verlor völlig den Faden und unterlag in einer Weise, die Kommentatoren als "überraschenden Kollaps" bezeichneten.
Doch was ist psychologisch daran? Keymer (inzwischen die Nr. 4 der Welt) hat sich eine Aura der Unerschütterlichkeit aufgebaut. Giri hingegen schien nach einer langen Turnierpause und dem Druck des Heimspiels in Holland mental nicht bereit für Keymers sehr provokantes, kampfreiches Spiel.
Aha: Wenn die Vorbereitung nicht sofort greift, setzt heute oft Panik ein...
Die krassen Gefühle
Nochmals zurück zur WM 2024 mit Ding Liren vs. Gukesh, genauer zu deren 11. Partie. Nakamura bezeichnete sie als "psychologisch schwer zu verstehen":
Ding Liren hielt eigentlich alle Trümpfe in der Hand und hätte auf Gewinn spielen können. Doch Gukesh agierte mit einem "positionell unbegründeten, aggressiven Stil" (Ex-WM Kramnik). Damit zwang Gukesh seinen Gegner dazu, ständig schwierige Entscheidungen zu treffen, obwohl Stockfish&Co. den Chinesen stets vorne sahen. Am Ende patzte Ding unter Zeitdruck schwer.
Gukesh gewann nicht durch bessere Züge, sondern weil er Ding in eine Situation brachte, in der dieser sich unwohl fühlte. Es war ein Sieg des "Willens" über die mathematische Korrektheit.
Kurzum: Am Brett gewinnen heute die Spieler, die den Gegner "unbequem" behandeln.
(Es wäre übrigens interessant, auch mal die benahe KI-präzisen Partien des weltbesten Schachspielers aller Zeiten, nämlich Magnus Carlsen unter diesem Aspekt zu analysieren...)
Laskers Gruss aus der Vergangenheit
Aber ist das überhaupt so neu? War da nicht mal Ex-WM Emanuel Lasker, von dem Richard Reti behauptete, er spiele absichtlich "schlecht" und "hässlich", um den Gegner zu verwirren und zum Übermut zu verleiten? Allerdings brauchte es dann ein Kaliber wie Lasker, um in dem entstehenden Chaos den besseren Überblick als der Gegner zu behalten...
Erleben wir also gerade eine Art „Lasker-Renaissance“? Nachdem wir Jahrzehnte damit verbracht haben, wie Computer spielen zu wollen?
Die Top-Spieler scheinen also begriffen zu haben: Gegen die Maschine verlieren wir eh, also lasst uns wieder gegen den Menschen spielen – mit all seinen Ängsten, Zweifeln und zitternden Händen... Es lebe der Human Touch im Schach!
Walter Eigenmann (21. Jan. 2026)
INTERVIEW MIT OLIVER KURMANN
(zum Simultan vom 28.6.2025 im Bahnhof Luzern)
Lieber Oli, am Samstag 28. Juni 2025 wirst du im Bahnhof Luzern - gemeinsam mit deiner Nati-A-Kollegin Ghazal Hakimifard - im Rahmen des
150-Jahr-Jubiläums der Schachgesellschaft Luzern eine Simultanvorstellung geben. Du hast ja schon Simultans bei anderen Gelegenheiten absolviert, aber dieser Event wird wohl der grösste in deiner
bisherigen Laufbahn werden, oder?
Von der Anzahl Gegner her ist es sicherlich nicht der grösste Event, aber vor dem Hintergrund des 150-Jahre-Jubiläums meines Heimklubs SGL ist es natürlich emotional der speziellste
Event.
Kortschnoj bekannte einmal, er hätte beim Simultan "oft das Gefühl, du kämpfst gegen eine Armee von Hyänen". Und der legendäre Weltmeister Lasker meinte: "Der Simultanspieler muss ständig auf
Abruf denken. Der eine Gegner spielt schnell, der andere zögert. Daraus entsteht ein unnatürlicher Rhythmus, der mehr Energie kostet, als man glaubt". Hast du auch Respekt (oder gar Angst) davor,
dich stundenlang in aller Öffentlichkeit ein paar Dutzend siegeshungrigen Schachspielern zu stellen?
Ich kann mich erinnern, dass es bisweilen extrem an der Energie zerren kann. Andererseits geniesse ich mehr die tolle Plattform, die die SG Luzern, Ghazal und ich erhalten, weshalb ich
mich einfach auf den Anlass freue. Angst, mich zu blamieren, habe ich gar keine.
Was denkst du, wird die grösste Herausforderung werden: Die psychische Belastung, die mentale Fokussierung, die körperliche Beanspruchung, oder der zu erwartende starke Geräuschpegel in der
Bahnhofshalle?
Was die akustische und visuelle Ablenkung betrifft, so sind Schachspieler*innen - mich eingeschlossen - tendenziell sehr gut darin, alles auszublenden und in die Partie einzutauchen.
Körperliche Beanspruchung durch die mentale Anstrengung kann ich gut wegstecken, da meine körperliche Fitness ziemlich gut ist. Die grösste Herausforderung wird sein, die Konzentration auf einem
Höchstlevel zu behalten.
Bereitest du dich psychologisch oder körperlich gezielt vor auf deine zahlreichen "Rundgänge"?
Nein, das lasse ich auf mich zukommen. Wie in einer sonstigen Wettkampfpartie werde ich aber schauen, dass ich keinen Alkohol trinke am Vorabend, genügend schlafe und sinnvoll ernährt
antreten kann.
Ist es eigentlich schwierig für einen Internationalen Meister wie dich, sich in Sekundenschnelle auf immer wieder neue Schachstellungen justieren zu müssen?
Irgendwann hat man sich auf sämtliche Brettstellungen eingestellt und kennt diese ja grob. Die grosse Kunst ist es aber sicherlich, zu erkennen, in welchen Stellungen man sich auf die
Intuition verlassen und in welchen Stellungen man konkreter berechnen muss. Meine Intuition ist ziemlich gut, ich bin ja auch mittlerweile sehr erfahren. Zudem ist entscheidend, dass man sich auf
die stärksten Gegner fokussiert und bei den anderen Gegnern mehr intuitiv spielt. Das merkt man nach wenigen Zügen schon bald, wer von den Gegnern erfahrener ist.
Was spielt die grössere Rolle für einen Simultangeber: Die Geschwindigkeit des Berechnens oder die Schnelligkeit des Mustererkennens?
Die Intuition, also das Mustererkennen, ist mehr als die halbe Miete.
Im Spass: Welches Endresultat in Prozenten erwartest du?
Ich rechne mit einer 95%-igen Erfolgsquote :-)
Herzlichen Dank für die Antworten - und viel Glück!
Interview: Walter Eigenmann (3.6.25)

Ena Bangerter gewinnt Schweizer Mädchen-Meisterschaft 2025
Heute Sonntag 11. Mai 2025 ging in Rüdlingen (Schaffhausen) das Finalturnier der Schweizer Mädchenmeisterschaft in den Alterskategorien U10, U12, U14 und U16 zuende. In den vergangenen drei Tagen
traten die besten jungen Spielerinnen in vier Qualifikationsturnieren gegeneinander an, um sich für das heutige Finale zu qualifizieren.
In der Kategorie U10 heisst die Siegerin Jasmin Menz (Schachklub Brugg). Sie absolvierte ihre Partien ohne Niederlage mit 4,5/5. Zweite wurde Nina Krivoviaz (SG Zürich) mit
beachtlichen 4/5.
Zur U12-Gewinnerin liess sich Sahasra Aragonda ("Chessflyers") krönen. Auf weiteren Plätzen finden sich Alice Cavadini (SG Winterthur) und Isabell Rüegg ("Chessmates
Zugerland").
In der zweithöchsten Liga U14 gewannen Christina Jordan vom ASK Réti und Rose Baisse (DSSP) ex aequo. Die anderen U14-Finalistinnen heissen Eloise Stremsdoerfer (SG Zürich),
Kateryna Vadaturska (CE Nyon) und Kseniia Vorobkevych (SK Bern).
Die "älteste" Kategorie U16 schliesslich beherbergte das am erbittersten kämpfende Teilnehmerinnen-Feld dieses Final-Nachmittages.
Zuletzt setzte sich die Reti-ASK-Spielerin Ena Bangerter (Zürich) durch, gefolgt von Lilly Chérix ("Chessmates Zugerland") und Lavinia Cavadini (SG Winterthur).
Die Schweizer Mädchenmeisterschaft 2025 in Rüdlingen wurde vom Schweizer
Schachbund SSB organisiert und bot den jungen Talenten eine hervorragende Plattform, ihr Können unter Beweis zu stellen.
(W.E. 11.5.2025)
Ju Wenjun bleibt Schach-Weltmeisterin
Die Schach-Weltmeisterschaft der Frauen 2025 endete gestern mit einem überzeugenden Sieg der chinesischen Titelverteidigerin Ju Wenjun über ihre Landsfrau Tan Zhongyi. Der auf zwölf Partien angesetzte, in Shanghai und Chongquing ausgetragene Wettkampf wurde
bereits nach neun Partien mit dem Verdikt von 6,5:2,5 zugunsten von Ju entschieden.
Nach einem frühen Rückstand durch eine Niederlage in der zweiten Partie zeigte Ju eine beeindruckende Serie von vier Siegen in Folge in den Partien fünf bis acht – eine Leistung, die es in einem
WM-Match der Frauen seit den 1950er-Jahren nicht mehr gegeben hatte. In der neunten Partie genügte ihr ein Remis, um den Titel vorzeitig zu verteidigen.
Mit diesem Triumph errang Ju ihren fünften Weltmeistertitel und reiht sich damit in die Riege der erfolgreichsten Spielerinnen der Schachgeschichte ein, neben Größen wie Vera Menchik, Nona
Gaprindaschwili und Maia Tschiburdanidse.
(W.E. 17.4.2025)
Das Luzerner Open 2024, zugleich die Innerschweizer Einzelmeisterschaft 2024, war vom 31. Oktober bis 3. November zu Gast im Luzerner Pfarreisaal St. Leodegar. Gespielt wurde in den drei Kategorien A, B, C während sieben Runden mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten plus 30 Sekunden/Zug.
Unter den SGL-Spielern war in der höchsten Leistungsklasse auch unser Ex-Vereinsmeister und Nati-A-Spieler Jan Haugner mit von der Partie. Mit seiner Startnummer Vier und in einem starken Feld mit Internationalen und FIDE-Meistern galt er nicht als Favorit - und doch spielte Jan hier wohl das Turnier seines (bisherigen) Lebens. Mit sechs Schluss-Punkten setzte er sich dank Feinwertung noch vor den bekannten, um ca. 250 Elo stärkeren Internationalen Meister Roger Moor und den ebenfalls sehr starken IM Markus Löffler auf den Siegesthron.
Mit diesem Open-Sieg deklarierte sich Jan auch zugleich als der neue Innerschweizer Einzelmeister, womit er in das vieljährige Duell zwischen Lubomir Kovac und Roger Moor grätschte und deren Dominanz beendete.
Die Schachgesellschaft Luzern gratuliert ihrem erfolgreichen Klubmitglied zu diesem grossartigen Turnier-Erfolg!
Nachstehend bringen wir seine Partie gegen IM Löffler, von Jan persönlich kommentiert.
(W.E. 27.11.24)
Hier die Partie zum Downloaden (PGN-Format)

Lena Georgescu, Schweizer Nationalspielerin, erzielte beim IM-Normenturnier in Rosenheim ihre dritte WGM-Norm. Die 24-jährige Bernerin, die bereits die geforderten
2300 FIDE-Elo überschritten hat, kann sich nun Frauen-Großmeisterin nennen, vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIDE.
Lena ist erst die zweite gebürtige Schweizerin nach Monika Müller-Seps, die diesen Titel erreicht. Ihre ersten beiden (von insgesamt drei geforderten) WGM-Normen erlangte sie 2019 in Teplice und
2023 in Basel. Ihr bisher bestes FIDE-Rating erreichte sie vor ca. einem Jahr mit 2318 ELO.
Im Turnier in Rosenheim belegte Lena den zweiten Platz mit 6 aus 9 Punkten, trotz ihrer Position als Nummer 10 der Startrangliste. Sie besiegte unter anderem FM Benedict Hasenohr und WGM Jana
Schneider, verlor jedoch gegen FM Eduard Müller.
Ihre Performance von 2447 brachte ihr 57 Elo-Punkte ein. Fast hätte sie auch eine Herren-IM-Norm geschafft, doch dazu fehlte ihr ein halber Punkt.
Ein weiteres Schweizer Highlight in Rosenheim war IM Fabian Bänziger, (Bild links), der mit 5½ Punkten das GM-Normenturnier gewann, aber die GM-Norm von 7 Punkten knapp verpasste. Fabian spielt erfolgreich in der Luzerner Nati-A-Mannschaft und gewann vor zwei Jahren die Schweizer Einzelmeisterschaft.
(W.E. 20.8.24)
Die SEM findet jährlich in den Sommerferien (zweite und dritte Juliwoche) statt. Das Einzelturnier mit sieben bis neun Runden wird in verschiedenen Kategorien (Damen, Senioren, Junioren, Schüler, drei Hauptturniere) ausgetragen. Je nach Kategorie wird im Rundensystem (9 Runden mit 10 Teilnehmern) oder im Schweizer System (jeden Tag gegen einen Gegner mit ähnlicher Punktzahl) gespielt. Es gibt Titel für die Schweizer Meister (Meister, Meisterin, Seniorenmeister, Juniorenmeister, Schülermeister) sowie attraktive Geld- und Sonderpreise. Das Turnier zieht jeweils 350 bis 400 Teilnehmer an, da es meist an Ferienorten stattfindet und Schachsport ideal mit Urlaub kombiniert.
Heuer trifft man sich vom 12. - 21. Juli im malerischen Flims - hier geht's zum Spielplan und zur Anmeldung.
Bekanntlich ist die Schachgesellschaft Luzern amtierender Mannschafts-Schweizermeister, angeführt von dessen Captain Oliver Kurmann.
Als (Fast-)Schachprofi ist Oli aber nicht nur in der Schweiz aktiv. Neuerdings ist er auch "Söldner" in deutschen Diensten: Die Dt. Bundesliga holte den starken Luzerner IM nach Bayern, genauer:
zu Bayern-München, wo er bereits etliche Runden absolvierte.
Wie gefällt es dem Luzerner Nati-Chef in deutschen Schachlanden? Welche Vorzüge, Nachteile, Vergleiche sind erwähnenswert, und wie fällt seine Zwischenbilanz aus?
Wir haben Oli Kurmann nach seinen Eindrücken gefragt. Und um diese gleich vorweg zu nehmen: Der Luzerner ist begeistert.
Hier seine Ausführungen im Originalton:
«Bei Bayern München spielen bereits meine Nationalmannschaftskollegen GM Nico Georgiadis und GM Sebastian Bogner. Auch der zurückgetretene GM Noel Studer (und mein früherer Schüler) hat
jahrelang dort gespielt. Daher wurde ich dort empfohlen, nachdem ich selber Interesse zeigte, wieder als Söldner einige Partien zu spielen.
Das Team besteht mehrheitlich aus jungen, aufstrebenden Spielern, wobei Wert auf guten Team-Geist gelegt wird, was deutlich positiv spürbar ist.
Wir sind beim Fussballclub Bayern München angegliedert und spielen mit den saisonalen Original-Fussballtrikots (mit unseren Namen am Rücken).
Sportlich ist es aussergewöhnlich attraktiv: Wir spielen gegen krasse Mannschaften mit bis zu acht Top-GMs (darunter Caruana, Rapport u.a.). Gegen solch starke Gegnerschaft kann ich
halt viel mehr lernen als in der Schweiz. Die deutsche BL ist die stärkste Schachliga der Welt.
Organisatorisch ist ausserdem höchst beeindruckend, wie gut alles organisiert ist, und wie viel mehr an Sponsoren-Geldern in der Deutschen Bundesliga verfügbar gemacht wird. (In den fünf
gemeinsamen Schlussrunden dort spielten wir z.B. in der VIP-Lounge im Fussballstadion des FC Werder Bremen...) ».
Dass die Bayern mit dem Luzerner durchaus einen dicken Fisch "eingekauft" haben, bewies der SGL-Nati-Captain (und baldige Grossmeister) bereits in seinen ersten BL-Partien. Hier drei kombinatorische Schmankerln - dem geneigten Leser sehr zur Analyse empfohlen! Hier finden sich die Auflösungen der drei Puzzles.
(WE-15-07-2022)
Schwarz am Zug
Jonas Bjerre - Oliver Kurmann
Weiss am Zug
Oliver Kurmann - Thiess Heinemann
Schwarz am Zug
Max Berchtenbreiter - Oliver Kurmann
Interview in der LUZERNER ZEITUNG mit Jörg Schmid und Oliver Kurmann
Im Gegensatz zu früher findet Schach in den überregionalen Print-Medien leider nur noch selten statt. Längst vorbei sind die Zeiten, als noch jedes stattliche Blatt in der Schweiz seine eigene
wöchentliche Schachspalte hatte. (Immerhin ist Schach im Internet inzwischen omnipräsent auf zahllosen Kanälen).
Umso erfreulicher ist es, wenn es dann das Königliche Spiel doch mal prominent in die Spalten eines Print-Periodikums schafft. So geschehen kürzlich in der LUZERNER ZEITUNG, wo sich die
Reporterin Jule Seifert mit dem SGL-Präsidenten Jörg Schmid und unserem Nati-A-Captain Oliver Kurmann unterhielt.
Der erfreuliche Anlass war natürlich der kürzliche (und eigentlich sensationelle) Gewinn der Schweizer Mannschafts-Meisterschaft 2021, als Luzern den SMM-Pokal zum dritten Mal in die Leuchtenstadt holte.
Hier geht's zum ganzen LZ-Artikel vom 8. Januar 2022 (PDF-Datei)
(WE-20-01-2022)
Schon immer haben die Schach-Problemkomponisten und -Studienautoren nicht nur ernsthafte, tiefsinnige oder komplexe Schach-Aufgaben erfunden, sondern auch ihrer Kreativität und Originalität mit allerlei Nachbildungen von „realen“ Gegenständen Ausdruck verliehen. Zum Beispiel mit ganz speziellen Christmas Tree Chess Puzzles.
Überraschender Witz auf dem Brett schlägt dem Schachfreund entgegen, wo immer er solchen kunstvollen Konstellationen der Steine begegnet, sei es dass ihre Schöpfer die Buchstaben des Alphabets
modellieren, oder dass sie Tiere, Kerzen, Ostereier, Häuser u.a. nachbilden.
Eine besonders schöne und häufig gepflegte Form dieser Studien-Ausprägung sind die vielen Christmas Trees, die insbesondere von angelsächsischen Schachkomponisten im Laufe der letzten 100 Jahre geschaffen wurden. Die Vielfalt dieser Weihnachtsbäume on the board ist erstaunlich und fast ebenso groß, wie sie sich zuhause in der festlich geschmückten Weihnachtsstube präsentiert…
Wer noch mehr solche Schach-Weihnachtsbäume bewundern will - hier geht's zu 16 der schönsten Christmas Trees Chess Puzzles
(WE - 15-12-2021)
Hier geht's zur Auflösung der beiden Christmas-Puzzles
Und kennst Du die ganze Welt des Königlichen Spiels?
Dann werden Dir die gesuchten Begriffe des nebenstehenden Schach-Kreuzworträtsels keine Probleme bereiten...
Andernfalls hier ein Gratis-Tipp:
Dr. Google weiss vielleicht mehr ;-)
Viel Spass! (WE 10-11-2021)
Rätsel zum Ausdrucken
Hier geht's zur Lösung
